ENTDECKE DAS LEBEN ZU HAUSE
Was macht ein Zuhause aus?

Was macht ein Zuhause aus?
Was macht aus einer Wohnung ein Zuhause? Die Welt wandelt sich ebenso wie unser Leben zuhause. Immer mehr Menschen ziehen in die Städte und leben auf kleinerem Raum mit weniger Zimmern. Auch haben neue gesellschaftliche Strukturen eine Wirkung. Unsere Leben sind vielfältiger geworden. Mehr von uns leben alleine, zur Untermiete oder in Wohngemeinschaften. Viele Kinder wachsen in Haushalten mit nur einem Elternteil auf. Wir reisen auch mehr ins Ausland als je zuvor. Und wir sind immer online – willig, unsere Mahlzeit, unseren Einkauf oder unsere neueste Entdeckung über die Sozialen Medien mit dem Rest der Welt zu teilen. Für andere jedoch ist die längste Reise die zum lokalen Markt, das Wohnzimmer wird immer noch nur für besondere Anlässe genutzt, und das Telefon ist einfach nur ein Werkzeug, mit dem man anruft. Viele von uns entscheiden sich, ihr Glück in den großen Städten zu suchen. Andere sind gezwungen, ihre Heimat für ein unbekanntes Leben in einem neuen Land zu verlassen. Unabhängig von den Gründen ist klar, dass wir uns an neue Lebensweisen gewöhnen und unseren Begriff von einem Zuhause überdenken müssen.

Das Verständnis unseres Lebens zuhause hilft uns, die Vision von IKEA zu verwirklichen: „den vielen Menschen einen besseren Alltag schaffen“. Deshalb sind wir immer neugierig, was ein Zuhause ausmacht. In einer Welt, die sich schneller als je zuvor verändert, wird es immer wichtiger, die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, und die Bedürfnisse, die unser Zuhause erfüllen soll, zu verstehen.

Jetzt beginnen wir unsere Reise, auf der wir mehr über die wirklichen Bedürfnisse, Sehnsüchte und Träume über das Zuhause von heute erfahren wollen. Unser Ziel ist es, dies zu einem Bestandteil unserer langfristigen Unternehmensentwicklung zu machen. Wir hoffen, dass unsere Erkundung dazu führt, dass wir noch besser darin werden, das Zuhause der Menschen – physisch oder nicht-physisch – sinnvoll zu gestalten
DAS GEFÜHL VON ZUHAUSE
Wir kennen viele der wichtigen Aspekte, die Menschen mit ihrem Zuhause verbinden. Wir wissen jedoch auch, dass sich das Leben zuhause ständig weiterentwickelt und die sich ständig verändernde Welt um uns herum unser Leben zuhause beeinflusst,– nicht zuletzt auch unsere Gefühle.

Um mehr darüber zu erfahren, wie Menschen über ihr Zuhause denken und fühlen, begannen wir diese Studie mit einigen grundlegenden Fragen: Was ist für Sie ein Zuhause? Was müssen Sie erleben, um sich zuhause zu fühlen? Wir stellten fest, dass ein Zuhause auch heute noch mit Gefühle von Geborgenheit, Sicherheit und Zugehörigkeit verbunden wird – Grundbedürfnisse, die scheinbar konstant sind. Wir brauchen unser Zuhause, das uns physisch schützt – das uns ein Dach über dem Kopf bietet. Aber wir brauchen auch die emotionalen Aspekte einer sicheren Basis, zu der wir zurückkehren können. Für viele von uns ist das Zuhause ein persönlicher Rückzugsort, an dem wir uns nach einem langen Tag zurücklehnen, zu uns selber finden und uns neu beleben können.

So unterschiedlich wir auch sind, unser Empfinden über unser Zuhause ist auffallend ähnlich. Menschen auf der ganzen Welt verwenden ähnliche Wörter, um die Essenz dessen zu beschreiben, was für sie ein Zuhause ist. Geborgenheit, Gemütlichkeit, Entspannung und Wärme gehören zu den ersten Begriffen. Das Gefühl von Zuhause wird beschrieben als das Gefühl, man selbst sein zu können, ein Gefühl der Sicherheit, ein Gefühl der Zugehörigkeit und ein Gefühl der Liebe.

Wenn wir unser bereits vorhandenes Wissen mit den Erkenntnissen aus unserer quantitativen Befragung und Gesprächen mit Menschen in ihrem Zuhause kombinieren, bekommen wir ein Bild davon, wie sich Menschen in ihrem Zuhause fühlen wollen. Wir können auch sehen, was sie von ihrem Zuhause erwarten und wie sie Sinn für ihr Leben zuhause schaffen. Es scheint, dass man unsere Anforderungen an unser Zuhause so zusammenfassen kann: Es muss bequem sein, es muss sicher sein und Vertrautheit bieten. Es muss Raum für Beziehungen, Liebe, Zugehörigkeit, Privatsphäre, Entspannung und Erholung bieten. Und wir mögen es, wenn unser Zuhause persönlich ist und zum Ausdruck bringt, wer wir sind.

Aber wie werden diese Gefühle und Bedürfnisse von unserer neuen, urbanen Lebensweise herausgefordert? Um das Leben zuhause zu verstehen, wollen wir die veränderten Bedingungen für unser Zuhause untersuchen. Dazu wollen wir auf die Entwicklung schauen, die mit der Urbanisierung einhergeht und mehr darüber erfahren, wie sie unser Leben beeinflusst.

Werfen wir einen Blick auf das, was ein Zuhause ausmacht, aus den vier grundlegenden Perspektiven des Zuhauses: Raum, Dinge, Beziehungen und Ort.
ÜBER DEN REPORT
Bei IKEA haben wir jahrelange Erfahrung, Wissen und Erkenntnisse über das Leben der Menschen zuhause gesammelt, weil wir den Wünschen und Bedürfnissen unserer Kunden zuhören. Mit dem IKEA „Life at home“-Report möchten wir unser Wissen teilen, Bewusstsein und Interesse hervorrufen, Diskussionen anregen und dazu beitragen, einen besseren Alltag zu schaffen.

Dies ist das dritte Jahr in Folge, in dem wir diesen Report herausbringen. In früheren Reporten haben wir uns damit beschäftigt, wie der Morgen abläuft und wie Menschen sich rund um die Küche treffen und essen. Diesmal gehen wir tiefer darauf ein, was für Menschen eigentlich ein Zuhause ausmacht. Wir haben in zwölf Städten der Welt eine neue quantitative Erhebung mit mehr als 12.000 Befragten durchgeführt. Die Umfrage wurde in Zusammenarbeit mit der schwedischen Business Intelligence Agentur United Minds mit Online-Panels in Berlin, London, Moskau, Mumbai, New York, Paris, Schanghai, Stockholm, Sydney, Toronto, Zürich und Madrid durchgeführt. Wir haben in unseren eigenen Archiven gegraben und auch externe Studien beispielsweise in den Disziplinen Soziologie, Psychologie, Geisteswissenschaften, Neurowissenschaften und Design angeschaut. Und natürlich mit Wissenschaftlern gesprochen. Aber am wichtigsten ist vielleicht, dass wir mit echten Menschen gesprochen haben.

Der diesjährige Report gliedert sich in zwei Teile. Im ersten teilen wir Erkenntnisse aus unserer neuen Umfrage und aus der bestehenden Forschung von IKEA, ebenso andere bekannte Erkenntnisse aus Studien von Fachleuten und Meinungsführern. Im zweiten Teil tauchen wir tiefer in ein interessantes Ergebnis aus unserer Umfrage ein, um es genauer zu verstehen. Um ein besseres Verständnis der öffentlich-privaten Beziehungen des Zuhauses zu entwickeln, haben wir Haushalte in vier Städten besucht und fotografiert: Stockholm, Mumbai, New York und Schanghai. Diesen Abschnitt nennen wir „Real Life Stories“ - Geschichten aus dem wirklichen Leben. Es sind emotionale Geschichten, die uns dabei helfen können, Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen von Menschen wirklich zu verstehen.
Raum

Sinne, die vierte
Dimension des Zuhauses
Raum ist nicht nur eine physische Struktur – es ist auch ein sinnliches Erlebnis. Unsere Sinne sind wichtige Bausteine dafür, wie wir unsere Umgebung erleben – eine vierte Dimension jenseits des physischen Raums. Und sie beeinflussen stärker, als es uns bewusst ist, wie wir über unser Zuhause empfinden. Die Frage ist: wie können wir unsere Sinne besser nutzen, um unser Leben zuhause zu verbessern?
Tasten
DIE KÖRPERSPRACHE VON OBJEKTEN
Das Tasten ist der erste Sinn, den wir entwickeln und erleben. Aber wie gut verstehen wir die taktile Dimension in unserem Zuhause? Die Forschung hat herausgefunden, dass Gewicht, Textur und Härte eines Objekts unsere Urteile und Entscheidungen auf einer unbewussten Ebene beeinflussen können. Es stellt sich heraus, dass wir die Art und Weise, wie ein Objekt aussieht und sich anfühlt mit einer emotionalen Bedeutung verbinden. Grobe Texturen können beispielsweise soziale Situationen schwieriger erscheinen lassen. Glattes Holz kann sie ein wenig freundlicher wirken lassen. Aber nicht alles, was glatt ist, ist gut. Die Tast- Expertin Marieke Sonnevald behauptet, dass wir uns durch unterschiedliche Texturen und Kontraste verbundener mit unseren Dingen zuhause fühlen.

Die gute Nachricht ist, dass wir die Wirkungen von Berührung mehr schätzen als es uns bewusst ist – zum Beispiel, wenn wir eine weiche Decke verwenden, um ein Gefühl der Geborgenheit zu schaffen. Vielleicht könnten wir mit einem stärkeren Bewusstsein dafür, welche Empfindungen sich in den Objekten um uns herum verbergen, mehr durch sie erleben und uns zuhause besser fühlen.


Sehen
18% ider Teilnehmer an unserer Studie finden ihr Zuhause zu hell.
Licht in der Dunkelheit
Es wird häufig gesagt, dass heller besser ist, und wir setzen schon lange Lichttherapie bei der Behandlung von Depressionen und saisonaler Müdigkeit ein. Allerdings hat die rasche Urbanisierung rund um die Uhr erhöhte Lichtmengen zur Folge. Das macht es für den Körper schwieriger, den Unterschied von Tag und Nacht nachzuverfolgen, was zu Schlaf- und Gesundheitsstörungen führt. Dichter bevölkerte Städte bringen darüber hinaus einen Mangel an natürlichem Licht mit sich. Das ist beunruhigend, da wir uns bei natürlichem Tageslicht besser fühlen, besser arbeiten und schlafen.

Mit Licht ist es wie bei vielen Dingen im Leben - Abwechslung scheint wichtig zu sein. Forscher an der Stanford University haben herausgefunden, dass kurze Lichtblitze nachts den Jetlag verhindern – vielleicht eine Möglichkeit, durch mit Licht verursachte Störungen unser inneren Uhr zu überlisten. Andere Studien zeigen, dass kaltes Licht besser für das Lernen und warmes Licht besser zum Entspannen ist. Wenn Zuhause ein Ort sein soll, wo wir uns wieder aufladen und wo wir uns wohlfühlen wollen - sollten wir dann vielleicht dem Licht in und um unser Zuhause herum mehr Aufmerksamkeit schenken?


Hören
39% Bevölkerung in Mumbai möchten den Lärm in ihren Häusern verringern, um ihr Wohlbefinden zu verbessern.
Bekämpfung von Lärm mit Lärm
Ein Musikstück oder ein vertrautes Geräusch kann einige der stärksten Gefühle hervorrufen. Unsere Häuser sind jedoch nicht nur mit den Klängen erfüllt, die wir mögen. Autohupen, Verkehr, Nachbarn und andere Geräusche der Stadt schaffen eine Geräuschkulisse, die oft Werte von 70 Dezibel erreicht. Der Neurologe Dr. Christopher Winter schlägt vor, dass, wenn es nicht möglich ist, die Geräusche der Stadt zu stoppen, wir sie mit einem sich wiederholenden Grundrauschen, das als „weißes Rauschen“ bekannt ist, blockieren.

Als wir Menschen fragten, welche Geräusche sie mit ihrem Zuhause assoziieren, erwähnten die meisten Klänge von Stimmen oder spielenden Kindern. Aber für viele ist es auch Musik, die ein Zuhause ausmacht: 65 % aller Millennials lassen für eine wohnliche Atmosphäre Musik laufen. Die Forschung hat herausgefunden, dass junge Menschen oft Musik benutzen, um ihr Schlafzimmer zu ihrem persönlichen Rückzugsort zu machen – ein Zuhause im Zuhause. Wenn man bedenkt, dass die meisten von uns sich zuhause nach mehr Privatsphäre sehnen – so sagen es 29 % der Befragten in unserer Studie – wäre dieser Trick vielleicht für den Rest von uns auch einen Versuch wert?
65% aller Millennials (Alter zwischen 18-29 Jahre) lassen für ein wohnliches Gefühl Musik laufen, demgegenüber sind es bei der Silver Generation (61+ Jahre) nur 49%


Geruch
DIE ABKÜRZUNG ZU UNSEREN ERINNERUNGEN
Wir alle kennen das Gefühl, in eine andere Zeit an einen anderen Ort versetzt zu werden, wenn wir einen bestimmten Geruch wahrnehmen. Warum? Der Geruchssinn ist der Sinn mit dem stärksten Einfluss auf Gedächtnis, Stimmung und Emotionen. Trotzdem ist er derjenige, dem wir vielleicht die geringste Bedeutung beimessen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass 53 % der Menschen im Alter von 16-22 und 48 % der Befragten im Alter von 23-30 ihren Geruchssinn aufgeben würden, wenn es bedeutete, dass sie eines ihrer elektronischen Geräte behalten könnten.

In unserer Umfrage sagen 40 % der Befragten, dass ihr Zuhause einen bestimmten Geruch hat. Für einige von ihnen war es ein ganz spezieller Geruch, anderen fiel es schwer, das zu erklären. So oder so können wir mit Gerüchen oder Düften ein Gefühl von Sicherheit und Intimität schaffen.
40% der Befragten meinten, dass ihr Zuhause einen bestimmten Geruch hat.


Geschmack
DAS VERGESSENE HEIMATGEFÜHL
Wir entfernen uns von einem streng funktionalen Schwerpunkt und wenden uns den emotionalen Aspekten unseres Zuhauses zu. Wir haben Beispiele gesehen, wie unsere Sinne unser Gefühl von unserem Zuhause beeinflussen. Aber wie passt Geschmack in dieses Bild? Können wir wirklich durch Geschmack ein Gefühl von Zuhause schaffen?

Geschmack kann Gefühle von dem, was wir uns von einem Zuhause ersehnen, stimulieren: Vertrautheit, Leichtigkeit und Geborgenheit. Aber wir leben immer hektischer und haben weniger Platz für das Kochen als je zuvor. Fertigmahlzeiten zum Mitnehmen scheinen in unserem hektischen Leben manchmal die einfachste Alternative zu sein. Wir haben einfach nicht die Zeit, uns so häufig wie früher hinzusetzen und gemeinsam zu essen. Gleichzeitig ist Geschmack wichtig für unser Gefühl von Zuhause. In unserer Studie sagen 30 % der Befragten, dass sie bestimmte Speisen mit ihrem Zuhause assoziieren, 63 % kochen, um das Gefühl eines Zuhauses zu schaffen. Wenn sie gefragt werden, wie Zuhause schmeckt, ist eine der häufigsten Antworten „so wie das Essen von meiner Mutter“. Welchen Platz nehmen also Essen und Geschmack in unserem heutigen Leben zuhause ein?

ENTRIEGELN DER VIERTEN
DIMENSION DES LEBENS ZUHAUSE
Die meisten Häuser wurden konzipiert, um funktionsfähig zu sein - mit wenig Beachtung unserer Sinne. Zum Schaffen eines Zuhauses gehört jedoch mehr als die Funktionalität und Ästhetik der Räume, in denen wir leben. Damit sich Raum wirklich wie ein Zuhause anfühlt, muss eine vierte Dimension ins Spiel kommen: unsere Sinne. Unser Gehirn scheint fest dahin verdrahtet zu sein, einen bestimmten Geruch, Klang, ein Gefühl usw. mit unseren Gefühlen über unser Zuhause zu verbinden. Unsere Sinne helfen uns beim Verstehen der Welt, die uns umgibt, und haben einen starken Einfluss auf unsere Stimmungen, Emotionen und sogar auf unser Verhalten. Wenn wir auf weniger Raum in neuen Konstellationen von Haushalten und in Städte leben, die eine ständig wechselnde Sensorik schaffen, sollten wir vielleicht genauer darauf achten, welche Rolle unsere Sinne spielen, wenn es um unser Zuhause geht. Und das nicht nur zur Steigerung unseres Wohlbefindens, sondern vielleicht auch, um neue und unerwartete Lösungen für die Herausforderungen, denen wir gegenüberstehen, zu finden. Wenn wir uns besinnen, könnten wir daraus ein neuesVerständnis von dem gewinnen, was ein Zuhause ist – und was es sein könnte.
Dinge

VON DINGEN ZU BEDEUTUNGEN
Unsere Häuser sind mit Dingen gefüllt: Bücher, Werkzeuge, Kleidung, Dekoration und vieles mehr. Die Dinge, mit denen wir uns umgeben, helfen uns bei der Erfüllung unserer menschlichen Grundbedürfnisse. Sie haben auch einen großen Einfluss darauf, wie wir uns zuhause fühlen, wie wir über unser Zuhause empfinden und wie wir Bedeutung in unserem Leben zuhause schaffen. Wir stellen uns auf neue Lebensweisen ein - wird sich dabei auch unsere Betrachtung von Dingen ändern?
43% der Befragten denken, dass für sie die Dinge am wichtigsten sind, mit denen sie das tun können, was sie gerne tun.


EMPFINDUNGEN ZU DINGEN
16% der Befragten sagen, dass sie kein Probleme damit hätten, alles, was sie in ihrem Haus haben, wegzuwerfen und zu ersetzen.
EMPFINDUNGEN ZU DINGEN
Viele von uns wissen, was es heißt, zu viele Dinge zu haben: Schubladen, die nicht mehr zugehen, vollgestopfte Schränke und Etagen voller Spielsachen. Gleichzeitig kaufen wir mehr neue Dinge als je zuvor. Nach unserer Studie kaufen mehr als 20 % der Menschen weltweit jede Woche etwas Neues für ihr Zuhause. Jedoch bringen kleinerer Wohnraum und Umweltbewusstsein die Notwendigkeit für einen neuen Ansatz mit sich. In Folge dessen werden wir uns über unsere Dinge bewusster.

Dabei geht es nicht nur darum, weniger Dinge zu haben oder sie besser zu organisieren. Wir entfernen uns von der reinen Betrachtung des praktischen Nutzens hin zur Anerkennung der emotionalen Aspekte von Dingen. Dieser Trend scheint besonders stark bei den Millennials ausgeprägt zu sein, die mehr Wert auf emotionale Merkmale wie Kunst und Design legen, und darauf, dass ihr Zuhause einzigartig ist. Ältere Menschen hingegen wollen immer noch, dass die praktischen Dinge in Ordnung sind. Unabhängig von Alter scheint eine bewusstere Einstellung zu unseren Dingen ein Weg zu sein, unser Verhältnis zu den Dingen in unserem Zuhause neu erfinden können.


DINGE ALS WEGBEREITER
DINGE ALS WEGBEREITER
Wir nutzen unsere Lieblingsdinge, wenn wir Kaffee mit unseren Partnern trinken, für Gemütlichkeit, wenn wir einen Film genießen oder um uns mit anderen über Musik zu verbinden. In der Tat scheinen die Dinge, die für uns am wichtigsten sind, diejenigen zu sein, die es uns ermöglichen das zu tun, was wir gerne tun. Zumindest sagen das 43 % der Befragten in unserer Studie. Andere Studien unterstützen dies Aussage und zeigen, dass wir glücklicher sind, wenn wir Dinge kaufen, um etwas mit ihnen zu tun, als wenn wir Dinge nur kaufen, um sie zu besitzen.

Wir scheinen uns davon zu entfernen, Dinge um ihrer selbst willen zu schätzen, und uns den Erfahrungen zuwenden, die sie uns bringen – ein Tisch ist nicht nur ein schönes oder praktisches Objekt, sondern ein Wegbereiter für geselliges Beisammensein zuhause. In diesem neuen Zeitalter der Erfahrung ist der Wert eines Objekts nicht das Ergebnis einer objektiven Bewertung. Stattdessen scheint die Art und Weise, wie wir unsere Dinge schätzen, auf einer tieferen Ebene mit unseren persönlichen Bedürfnissen und Träumen verbunden zu sein. Vielleicht könnten wir neue Verwendungsmöglichkeiten für unsere Dinge finden, indem wir erkunden, wie wir uns durch sie fühlen und verhalten?


DIE GEMÜTLICHKEIT DES HACKENS
DIE GEMÜTLICHKEIT DES HACKENS
Unser Zuhause ist ein laufendes Projekt. Neue Kissen kaufen, ein Foto von unseren Lieben aufstellen oder einem alten Stuhl durch Bemalen ein neues Leben geben - wir versuchen häufig, das Gefühl der Gemütlichkeit zu steigern. Immer mehr Menschen schätzen auch die Erfahrung eigener handwerklicher Arbeiten und das „Hacken“ ihrer Dinge. In unserer Studie sagen 37 % der Befragten, dass sie gerne Dinge für ihr Zuhause herstellen, verändern und zusammenbauen. Diejenigen, die das tun, berichten sogar, dass sie zufriedener mit ihrem Leben sind.

Auf der positiven Seite behaupten einige Forscher, dass es dabei nicht um das Verändern an sich geht, sondern um die Tatsache, dass wir mit unseren Dingen umgehen und uns um sie kümmern. Wir sehen ein Beispiel für diese „Fürsorge“ beim Einsatz von „Demenz-Puppen“ in Alten-und Pflegeheimen. Patienten erhalten Puppen, die sie betreuen. Die Berichte dazu zeigen als Ergebnis verminderte Angst und Aggressionen. Es scheint, dass wir eine Menge davon haben, wenn wird unsere Dinge individuell gestalten und besser pflegen, und zwar nicht nur für unseren Geldbeutel, sondern auch für unser Wohlbefinden und das Gefühl der Gemütlichkeit.

DIE DINGE ZUHAUSE
Wir leben unser Leben mit und durch Dinge. Sie spiegeln unserer Identität wider und vereinen unsere Gedanken und Gefühle. Und wie wir gelernt haben, scheinen die Dinge, die wir lieben, diejenigen sein, die mehr als Form und Funktion bieten. Es sind die Dinge, die unsere Aufmerksamkeit erfordern, unsere Aktivitäten ermöglichen oder Interaktionen anbieten. Globale Herausforderungen wie Überbevölkerung und Raummangel zählen zu den Gründen, warum wir die Bedeutung von Dingen neu definieren. Dinge werden in unserem Leben zu Bedeutungen. Zu erkunden was das für das Zuhause bedeutet, könnte ein neues Verständnis dafür mit sich bringen, wie unsere Dinge zu einem besseren Alltag beitragen können
Beziehungen

DER VIELSEITIG VERNETZTE BEWOHNER
Beziehungen sind ein zentraler Bestandteil dessen, was ein Zuhause ausmacht. Fast die Hälfte der Menschen in unserer Studie (48 %) sagen, dass das Zuhause der Ort ist, wo sie ihre wichtigsten Beziehungen haben. Aber Urbanisierung, Technologie und neue Wohnsituationen sind Herausforderungen der Gegenwart. Wie wird sich das darauf auswirken, wie wir unsere Beziehungen zuhause sehen?
48% der Befragten sagen, dass ihr Zuhause der Ort ist, wo sie ihre wichtigsten Beziehungen haben.
DAS ZUHAUSE IM WANDEL
DAS ZUHAUSE IM WANDEL
Mutter, Vater und Kinder: So war lange Zeit unsere Standardvorstellung von Beziehungen zuhause, aber die Realität sieht ganz anders aus. Die Zahl der Einpersonenhaushalte wächst auf der ganzen Welt rasant und Menschen brechen aus den traditionellen Familienstrukturen aus. Diese Veränderungen der Art und Weise, wie Menschen Beziehungen in ihrem Zuhause aufbauen, sind teilweise eine Folge von urbanen Herausforderungen wie begrenztem Wohnraum, Wohnungsknappheit und teurer Pflege alternder Bevölkerungen.

Zur gleichen Zeit vollzieht sich ein Wertewandel, bei dem die Bedürfnisse und Träume des Einzelnen wichtiger werden. Und trotz der Tatsache, dass wir in großen Städten leben, scheinen wir uns nach Intimität zu sehnen, was uns zur Erfindung vieler neuer Arten von Familien und Haushalten geführt hat. Das bedeutet, dass sich unser Zuhause ändern muss, um neuen Anforderungen zu genügen. Sehen wir in der Zukunft anstelle des klassischen Zuhauses einer traditionellen Familievielleicht noch viel mehr unterschiedliche Arten des Zuhauses?


ERWEITERTE BEZIEHUNGEN
In Schanghai denken 49% der Befragten, dass zuhause gutes WLAN wichtiger ist als Gemeinschaftsräume.
ERWEITERTE BEZIEHUNGEN
Wir verbringen immer mehr Zeit online, und die Sozialen Medien sind mittlerweile ein wichtiger Ort für uns geworden, an dem wir unsere Beziehungen entwickeln. Es ist nicht mehr möglich, unser digitales Leben von unserem realen Leben zu trennen. Beide verbessern und beeinflussen sich gegenseitig. Neue (digitale) Plattformen für unsere Beziehungen beeinflussen auch, wie wir unser Zuhause betrachten. Zum Beispiel zeigt unsere Studie, dass 23 % es wichtiger finden, zuhause gutes WLAN als Gemeinschaftsräume zu haben.

Außerdem denken 19 % der Befragten, dass es wichtiger ist, Online in Kontakt mit Freunden zu sein, als sie nach Hause einzuladen. Das ist ein klares Indiz dafür, dass Technologie einen großen Einfluss auf unsere Verhaltensweisen, Bedürfnisse und Werte hat, wenn es um Beziehungen zuhause geht. Wenn Technologie Menschen zusammenbringt, steht häufig das Essen im Mittelpunkt. Alleine essen, aber gemeinsam mit Freunden und Familie online zu sein ist nur ein Beispiel dafür, wie neue Technologien unsere Vorstellung von sozialer Interaktion und Beziehungen in der Familie verändern können.


DAS ZUHAUSE ALS RÜCKZUGSORT
25% würden entscheiden, eine Stunde allein zu verbringen, wenn sie die Zeit übrig hätten.
DAS ZUHAUSE ALS RÜCKZUGSORT
Unsere Studie zeigt, dass Privatsphäre höchste Priorität für Menschen hat, wenn sie gefragt werden, wie sie ihr Zuhause verbessern könnten. Aber das sinkende Gefühl von Privatsphäre zuhause hat nicht nur damit zu tun, dass wir mit mehr Menschen unter einem Dach leben müssen. Es hängt auch mit dem Aufstieg der Sharing Economy und der Sozialen Medien zusammen. Unser Zuhause steht heute nicht nur uns offen, sondern auch anderen.

Die Immobilienpreise sind explodiert. Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach einem besseres Leben in den Städten, unser Zuhause ist Gegenstand lukrativer Geschäfte geworden. Dies wird künftig wahrscheinlich noch mehr Menschen zum Zusammenleben zwingen. Dies macht Privatsphäre umso wichtiger.

ZUHAUSE IN EINER
VIELSEITIG VERNETZTEN WELT
Beziehungen sind ein grundlegender Bestandteil des Zuhauses, das ist keine Überraschung, da sie entscheidend für unser Wohlbefinden dort sind. Unsere Studie zeigt, dass positive Gefühle über das Zuhause stärker werden, wenn Menschen dort zusammenleben. Und je größer der Haushalt, desto stärker sind die Gefühle von Zugehörigkeit, Begeisterung und Rücksichtnahme. Gleichzeitig empfinden wir ein starkes Bedürfnis nach Privatsphäre. Dank unseres digitalen Lebens schaffen wir uns virtuellen „Raum“, wo immer wir uns aufhalten, und verwenden ihn, um Privatsphäre zu schaffen, aber auch, um soziale Kontakte mit anderen zu pflegen. Dies wäre eine Möglichkeit des Umgangs mit dem Paradox, auf das unsere Studie hinweist: Wir sehnen uns nach mehr Privatsphäre zuhause - gleichzeitig jedoch wollen wir dort Beziehungen haben, denn sie sind eng an das geknüpft, was eigentlich ein Zuhause schafft. In unserer Studie haben wir festgestellt, dass die Anzahl unterschiedlicher Beziehungen zuhause zunimmt, woraus sich neue Anforderungen und Herausforderungen ergeben. Was bedeutet das für die Zukunft? Wie wird das Zuhause des vielseitig vernetzten Bewohners gestaltet sein?
Ort

DAS ERWEITERTE ZUHAUSE
Nirgends ist es so wie zuhause. Aber wo ist das genau? Wir haben festgestellt, dass nur wenige Menschen ihr Zuhause mit einem geografischen Ort verknüpfen und dass viele ihren Wohnsitz verlassen, um das Gefühl eines Zuhauses zu erleben. Das Wohnen wird immer gedrängter, so wenden wir uns anderen Alternativen zu, um unsere Bedürfnisse als menschliche Wesen zu erfüllen. Aber wie wirkt sich das auf unserer Sicht des Zuhauses als physischem Ort aus?
38% der Befragten betrachten die Nachbarschaft, in der sie leben, als Teil ihres Zuhauses.


UNTERWEGS ZUHAUSE
11% der Millenials fühlen sich am Arbeitsplatz oder in der Schule mehr zuhause in ihrem tatsächlichen Zuhause.
UNTERWEGS ZUHAUSE
Heute sind viele öffentliche Plätze wie Cafés, Hotels und Restaurants darauf ausgerichtet, Gefühle häuslicher Sicherheit, Vertrautheit, Entspannung und Intimität zu stimulieren. Wir sehen auch, dass mehr Menschen die Aktivitäten, die früher zuhause verrichtet wurden, an andere Orte verlagern. Unsere sich verändernden Lebensmuster lassen die Grenzen zwischen unserem Zuhause und anderen Orten verschwimmen. Dies gilt insbesondere für unsere Arbeitsplätze, wo einige Büros bereits wie eine „zweite Heimat“ anmuten und funktionieren. Und in einer Zeit, wo viele von uns nur einen Laptop brauchen, um zu arbeiten, verändern sich die Anforderungen und Funktionen unseres Zuhauses in der gleichen Weise wie unsere Arbeitsplätze. Ein Zuhause muss jetzt ein Ort für Arbeit, Freizeit und Privatsphäre sein.

Der Aufstieg des Home-Sharing ist ein weiteres Beispiel für unser Bedürfnis nach dem Gefühl, zuhause zu sein. In unserer Studie fanden wir heraus, dass der Hauptgrund, warum wir in einer fremden Privatwohnung statt in einem Hotel übernachten möchten, ist, dass wir ein Haus als einladender und charaktervoller empfinden.


WIEDERBELEBUNG DER NACHBARSCHAFT
42% der Befragten fühlen sich außerhalb ihres tatsächlichen Wohnsitzes stärker zuhause.
WIEDERBELEBUNGDER NACHBARSCHAFT
Wir leben näher zueinander als je zuvor. Dennoch wissen viele von uns nicht einmal die Namen der direkten Nachbarn. Gleichzeitig gibt es starke Tendenzen zu einer Wiederbelebung der Nachbarschaft. Wir versuchen, Aspekte wieder aufzubauen, die scheinbar im Zuge der Urbanisation verloren gegangen sind: Gefühle der Zugehörigkeit, von Vertrauen und Schutz, die mit einer kleinen Gesellschaft verbunden wird.

In vielen Teilen der Welt werden Initiativen eingeführt, die versuchen, mehr soziale Gemeinschaften zu schaffen. Die Bauindustrie arbeitet auf grundlegende Strukturveränderungen hin, wie beispielsweise Wohnhäuser mit integrierten Kindergärten, um engere Bindungen zwischen den Bewohnern und ihren Nachbarn zu schaffen. Andere Arten von gemischt genutzten Wohngemeinschaften bieten eigenständiges Wohnen, bei dem jedoch Orte zum Arbeiten und zur Kontaktpflege ergänzt werden. Es gibt auch viele Initiativen, die engere Gemeinschaften und Zugehörigkeitsgefühl fördern. Das Zuhause erstreckt sich über die vier Wände hinaus und bringt erweiterten Raum für Leben, Schaffen und sogar Selbstausdruck.


DAS PERMANENT TEMPORÄRE
DAS PERMANENT TEMPORÄRE
Wir sehen auf der ganzen Welt eine zunehmende Mobilität. In den Städten ziehen viele von uns öfter um, als es uns lieb ist. Die treibenden Faktoren sind mit der Urbanisierung verknüpft. Die Urbanisierung ist allerdings nicht der einzige Grund für das Wohnen auf Zeit. Eines der größten Probleme weltweit ist die Zunahme der Zwangsmigration.

Konflikte und Katastrophen in vielen Teilen der Welt zwingen die Menschen zum Verlassen ihrer Häuser, oft ohne zu wissen, wo ihr Weg enden wird. Auf diese Weise gehen alle Aspekte ihres Zuhauses verloren: Raum, Dinge, Beziehungen und ein Ort, den man Zuhause nennt. Die IKEA Foundation (der philanthropische Arm der INGKA Foundation, der Eigentümerin des IKEA-Konzerns) entwickelte 2015 flach verpackte Flüchtlingsunterkünfte, die Platz zum Schlafen und Knüpfen von Kontakten sowie das Gefühl eines Zuhauses schaffen. Eine weitere ähnliche Lösung sind die Unterkünfte, die nach dem Tsunami aus lokalen Materialien hergestellt wurden. Die Herausforderung, Menschen an temporären Orten das Gefühl eines Zuhauses zu geben, wird künftig voraussichtlich noch wachsen.

ÜBERALL GRENZENLOS
Das Zuhause kann nicht durch physischen Raum begrenzt werden - es setzt sich über die vier Wände eines Wohnsitzes hinaus fort. Die Gefühle und Emotionen eines Zuhauses wie Sicherheit, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Vertrautheit können an mehreren Orten gefunden werden. Bedürfnisse, Gefühle und Aktivitäten, deren Platz bisher nur im Zuhause war, gehen nun über die vier Wände hinaus und erweitern in diesem Prozess das Zuhause. Nachbarschaften und Städte bieten uns neue Orte, wo wir uns zurücklehnen, entspannen und wir selbst sein können. Die Nutzung des öffentlichen Raums als unseren eigenen privaten Raum ermöglicht mehr Menschen den Zugang zur Stadt. Und unser reduziertes Gefühl von Privatsphäre im Zuhause verkompliziert unser Zugehörigkeitsgefühl und unsere Definition davon. Wie definieren wir das Zuhause neu, wenn emotionale und praktische Bedürfnisse des Zuhauses auch an anderen Orten erfüllt werden können? Und ist es wirklich möglich, einen sicheren, dauerhaften Rückzugsort durch andere Lösungen zu ersetzen? Die Konzentration auf grundlegende menschliche Bedürfnisse wäre vielleicht eine gute Möglichkeit zur Neuerfindung davon, was eigentlich ein Zuhause ausmacht.
Zusammenfassung

ZUHAUSE - EINE UNENDLICHE REISE
Die Art, wie wir unser Zuhause planen, bauen und darin leben, spiegelt die Welt um uns herum wider. Unsere grundlegenden Gefühle und Bedürfnisse zuhause bleiben gleich, aber die Veränderungen der gesellschaftlichen Verhältnisse, Werte und Lebensstile zwingen uns, diese Bedürfnisse auf andere Arten und an anderen Orte als bisher zu erfüllen.

Wohnungsmangel, höhere Lebenshaltungskosten und weniger Raum beeinflussen unsere Möglichkeiten, zuhause unseren Bedürfnissen nachzugehen. Wir gehen jetzt Werten, die bisher mit dem Zuhause verknüpft waren, außerhalb der eigenen vier Wände nach. Die Grenzen zwischen dem, was öffentlich und was privat ist, verschwimmen.

Die neuen physischen Gegebenheiten in unserem Zuhause werden durch neue Technologien ausgeglichen, die es uns ermöglichen, alleine, zusammen – oder zusammen und alleine zu sein. Damit unser Zuhause unseren Bedürfnissen gerecht wird, muss es flexibel genug sein, um Raum für Privatsphäre und Geselligkeit zu bieten – physisch und auch digital.

Schrumpfender Wohnraum und ein gestiegenes Bewusstsein für nachhaltiges Leben schaffen eine neue Herangehensweise an die Dinge in unserem Zuhause. Wir entfernen uns davon, Dinge um ihrer selbst Willen zu schätzen, stattdessen würdigen wir die Erfahrungen, die sie uns bringen. In diesem neuen Zeitalter sind die Dinge für uns wichtig, mit denen wir tun, was wir gerne tun.

Wenn unsere Möglichkeiten zur Anpassung der drei Dimensionen unseres Zuhauses begrenzt sind, können wird uns an unsere Sinne wenden, die einen starken Einfluss auf unsere Emotionen und Verhaltensweisen haben. Mehr Aufmerksamkeit für unsere Sinne könnte nicht nur gut für unser Wohlbefinden zuhause sein, sondern möglicherweise auch neue und unerwartete Lösungen für die Herausforderungen bieten, denen wir heute in unserem Leben zuhause gegenüberstehen.

Egal wie wir definieren, was ein Zuhause ausmacht – verbunden mit Raum, Dingen, Beziehungen oder Ort – es ist wichtig, dass wir darüber nachdenken, wie die Veränderungen in der Welt um uns herum unser Leben zuhause beeinflussen. Und dass wir versuchen, dieses Wissen zu nutzen, um unsere persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse zu erfüllen. Für uns bei IKEA ist dieser Report erst der Anfang unserer Reise. Um wirklich zu verstehen, was ein Zuhause ausmacht, müssen wir den Begriff des Zuhauses als eine nie endende, ständig wechselnde Vorstellung betrachten. Mit diesem Report teilen wir einige Einblicke dahinein, wie sich Menschen von heute in ihrem Zuhause fühlen, was sie von ihrem Zuhause brauchen und wie sie Bedeutung in ihrem Leben zuhause schaffen. Aber so, wie sich die Welt um uns herum wandelt, verändert sich auch unser Leben zuhause. Wir werden weiterhin forschen, was ein Zuhause ausmacht, um unser Unternehmen zu verbessern und um in der Lage zu sein, für die vielen Menschen ein besseres Leben zuhause zu schaffen.
Geschichten aus dem Leben

DIE ÖFFENTLICH-PRIVATEN BEZIEHUNGEN VON ZUHAUSE
Bei IKEA besuchen wir jedes Jahr Tausende von Häusern. Als wir kürzlich Menschen in Stockholm, Schanghai, Mumbai und New York interviewten, wollten wir mehr darüber wissen, wie Menschen das Spannungsfeld zwischen privaten und sozialen Bedürfnisse betrachten. Unsere Umfrage ergab, dass Privatsphäre die höchste Priorität bei der Verbesserung des Wohlbefindens zuhause hat. Gleichzeitig sieht fast die Hälfte der Befragten ihr Zuhause als den Ort, wo sie ihre wichtigsten Beziehungen haben. Das Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Raum für Privatsphäre und Geselligkeit ist offensichtlich, und durch die wachsende Zahl von Menschen, die auf demselben Raum leben, könnte dieses Thema jetzt lebendiger als je zuvor werden.

Die Spannung zwischen Öffentlichem und Privatem bewirkt, dass Menschen Momente erleben, in denen sie frustriert sind und sich außer Kontrolle fühlen. Wir beobachten auch, dass Menschen unabhängig davon, wie sie leben, kreative Möglichkeiten der Anpassung finden und Raum für Privatsphäre und Geselligkeit schaffen. Einige dieser Verhaltensweisen sind so unauffällig, dass man nie daran denken würde, sie bei einer Befragung herauszustellen. Dennoch gibt es sie und sie sind Anzeichen dafür, wie wir uns an eine neue, kompaktere Lebensweise anpassen.

Als wir über die Aussagen und Meinungen der Familien und Haushalte, die wir besucht haben, nachdachten, fanden wir zwei emotionale Grundbedürfnisse, die das Zuhause erfüllen soll – das Ich und das Wir. Bei dem Ich geht es um die eigene Entwicklung und das Schöpfen eigener Kräfte – ein Zufluchtsort, ein Platz zum Ausruhen, ein Ort, um Tätigkeiten nachzugehen, bei denen es nur um einen selbst geht. Das Wir sind die Aktivitäten mit anderen – Aufbau und Pflege von Beziehungen und Zeit mit Familie und Freunden.

Zeit und Raum für die manchmal widersprüchlichen Anforderungen des Ich und Wir im gleichen Zuhause zu schaffen ist häufig eine heikle Gratwanderung. Wenn wir mit anderen Menschen zusammenleben, müssen wir oft Kompromisse machen. Natürlich kann das Leben mit anderen Menschen auch positiv sein: das Gefühl der Freude, das Menschen empfinden, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommen und von Kindern, einem Partner oder einem Haustier begrüßt werden, oder das Gefühl der Zusammengehörigkeit, wenn sie ganz spontan zusammen mit einem Mitbewohner essen.

Wie bewältigen Menschen Reibungen zwischen dem Ich und dem Wir? Wie schaffen sie Lösungen, um beides zu verbinden? Nachfolgend findest du eine kleine Auswahl der Kommentare, die Menschen während unserer Besuche in ihrem Zuhause gegeben haben.
MILIND, wohnt mit Frau, zwei erwachsenen Kindern und der Großmutte
„Als mein Vater aufwuchs, bestand seine Familie aus 50 Menschen in einem Haus. Es waren so viele Menschen in dem Haus, dass gemeinsame Mahlzeiten für sie unmöglich waren. So mussten zuerst die Kinder essen, dann die Männer, und dann die Damen.“
PASCAL, wohnt mit einem anderen Studenten in einem Wohnheim, Schanghai
„Sobald jemand die Tür öffnet, sehen sie mich in meinem Bett, das finde ich schwierig. Auch spricht die andere Person, die sich das Zimmer mit mir teilt, sehr laut, wenn er jeden Abend mit seiner Freundin telefoniert. Der wichtigste Grund, warum ich hier lebe, ist, dass es billig ist.“
HENRIK, wohnt mit Ehemann und Baby, Stockholm
„Die Tatsache, dass sich mein Computer automatisch mit dem WLAN verbindet, ohne nach Passwörtern zu fragen, aktualisierte Podcasts, usw. Das ist das Gefühl von Zuhause.“
FENG WANG WEI, wohnt mit Frau, Eltern, und Kind, das in die Schule kommt, Schanghai
„Ohne Gemeinschaftsräume wäre es ein ganz anderes Leben zuhause. Entweder wir könnten niemanden hierher einladen, oder wir müssten ausgehen, um Zeit mit Leuten zu verbringen. Es wäre in Ordnung, aber es wäre wirklich schade. Das Haus wäre dann vor allem ein Platz zum Ausruhen.“
JULIETTE, wohnt mit Freund und zwei Hunden, Schanghai
„Das wichtigste für mich zuhause sind Menschen und Tiere, die Hunde. Wenn mein Mitbewohner verreist und die Hunde nicht hier sind, ist es so langweilig. Ich könnte allein leben, aber nicht für sehr lange.“
MATTHEW, wohnt mit Frau und Kleinkind, New York
„Der Balkon ist mein besonderer Ort. Manchmal verbringe ich Zeit auf dem Balkon, nur um allein zu sein. Wir können uns noch sehen, aber es fühlt sich für mich mehr privat an. Sie sieht fern, während ich einen Scotch trinke und eine Zigarre rauche.“
NORAH, wohnt mit Freund, Stockholm
„Wir haben viel gemeinsam, so dass wir nicht das Gefühl haben, dass wir allein sein müssen. Wir tun immer das, was wir wollen, aber gemeinsam. Das entspannt uns. Aber manchmal ist das Leben auf kleinem Raum eine Herausforderung, deshalb wollten wir schon immer eine Zweizimmerwohnung haben, damit wir uns nicht gegenseitig stören. Zum Beispiel habe ich einmal eine ganz Nacht zum Arbeiten auf dem Badezimmerboden gesessen, um Andreas nicht zu stören.“
GLENN, wohnt mit drei Mitbewohnern, New York
„Die Möglichkeit zur Geselligkeit ist sehr wichtig, und wir haben hier viele Partys veranstaltet. Die Dachterrasse auf unserem Haus ist auf jeden Fall praktisch zum Feiern.“
DAISY, wohnt mit Mann und Kind, das in die Schule kommt, Peking und Schanghai
„Wir können höchstens 4 bis 5 Personen in unserem Zuhause in Schanghai haben. Das Zuhause ist hauptsächlich ein Ort für enge Freunde und Familie. Wenn wir mit anderen Menschen ausgehen, essen wir in Restaurants.“
FREDRIK, wohnt mit Ehemann und Baby, Stockholm
„Es ist wichtig, zuhause sowohl soziale als auch private Bereiche zu haben. In meinem Traumhaus Könnte ich einen großen Gemeinschaftsraum haben, wo ich andere zum Abendessen einladen könnte, sowie einen privateren Teil mit Schlafzimmern und so weiter. Wenn ich Gastgeberin bei einem großen Abendessen gewesen wäre, wäre es toll, wenn ich allen ein Sofa für ein Nickerchen oder einen Platz anbieten könnte, wo sie sich einfach nur entspannen können. Unser derzeitiges Leben gibt uns nicht so viele Optionen, da wir entschieden haben, im Zentrum der Stadt zu leben. Das bedeutet, dass wir in einer kleinen Wohnung leben. Es kann ein bisschen frustrierend sein, wenn wir jedes Mal, wenn wir Freunde zum Abendessen haben, das Zimmer umräumen müssen. Aber ich möchte lieber auf kleinem Raum im Stadtzentrum leben, als mehr Wohnraum außerhalb der Stadt zu haben.“
AMBER, wohnt mit Partner, New York
„Das Bad ist der einzige private Raum in dieser Wohnung. Wenn er fernsehen will und ich an einer Telefonkonferenz teilnehmen muss, bleibe ich einfach im Bad. Wir denken über einen Umbau für etwas mehr Privatsphäre nach. Vielleicht eine provisorische Wand, die wir aufstellen können, wenn es nötig ist.“
FENG WANG WEI, wohnt mit Ehefrau, Eltern, und Kind, das demnächst in die Schule geht, Schanghai
„Die Privatsphäre ist wahrscheinlich bei meinem jetzigen Leben das Frustrierendste. Meine Eltern haben andere Lebensgewohnheiten als ich, und wenn ich die Wahl hätte, hätte ich ein Kinderzimmer für meinen Sohn. Damit wäre es mir eher möglich, Privatsphäre zu haben. Wenn mein Sohn älter wird, können wir in eine eigene Wohnung umziehen, aber im Moment müssen wir mit meinen Eltern zusammenwohnen,die sich um meinen Sohn kümmern, wenn meine Frau und ich bei der Arbeit sind.“
YAN CHENHAO, wohnt alleine, Schanghai
„Wenn meine Freundin oder ein anderes Familienmitglied mich besucht, fühle ich mich ganz anders. Wenn jemand zuhause auf mich wartet, möchte ich lieber früh nach Hause kommen, statt lange zu arbeiten.“